Dein Darm hat Charme!

Aktualisiert: 23. Feb. 2020




Hier zunächst ein paar Superlative: das größte innere Organ in deinem Körper, umhüllt von ca. 100 Millionen Nervenzellen (90% der Nervenfasern gehen zum Gehirn!, nur 10% vom Gehirn zum Darm > daher häufig als "Bauchgehirn" bezeichnet), die Länge beträgt bis zu 8 Meter, ausgebreitet hat er eine Fläche von 400-500 Quadratmetern! (größtes Kontaktorgan mit der Umwelt) und insgesamt 80% des Immunsystems befinden sich im Darm. Der Nervus Vagus ist dein Ruhenerv, den jeder bestimmt schon einmal gespürt hat. Aussagen wie "Schmetterlinge im Bauch" oder "Mein Bauchgefühl rät mir......" hast du bestimmt schon mal gehört.

Schon vor langer Zeit wussten die Menschen um die Wichtigkeit des Darms für die Gesundheit und Vitalkraft. "Der Tod sitzt im Darm.", sagte bereits Aristoteles.

Ich persönlich litt unter den verschiedensten Allergien, die ich alle mit meiner Darmsanierung, Ernährungsumstellung und Yogapraxis geheilt habe. Seitdem interessiere ich mich sehr für das Thema mit all seinen Potentialen für die Gesundheit. Im Folgenden möchte ich auf 2 Aspekte eingehen:

1. Die Einwirkungen von Stress auf den Darm

2. Meine erfolgreichen Top 3 Sofortmaßnahmen für ein besseres "Bauchgefühl"


1. Wenn du Stress hast wird u.a. Adrenalin und Cortisol durch die Nebennieren produziert. In Urzeiten dienten diese Hormone der Kampf- oder Fluchtreaktion. Arme und Beine werden stärker mit Blut versorgt und der Bauchraum muss mit weniger klarkommen. Kurzzeitig ausgeschüttet und abgebaut durch den Kampf oder die Flucht stellt das alles kein Problem dar. Wenn man aber z.B. während der 8 Std. im Büro oder auf der Fahrt dorthin immer wieder diese Kaskade durchlebt (der unzufriedene Kunde am Telefon oder der morgendliche Verkehrsstau) ohne den Abbau dieser Hormone, dann wird es zwangsläufig mit dem Faktor Zeit zum Problem. Es ist wie Gift für den Körper und führt tatsächlich bei den Zellen selber zu erhöhtem oxidativem Stress. Des Weiteren schießt das Cortisol winzig kleine Löcher in die Darmwand, wodurch ein Leaky-Gut-Syndrom (Löchriger Darm) hervorgerufen wird. Dadurch gelangen unerwünschte Partikel in den Blutkreislauf mit den unterschiedlichsten Symptomen und Folgeerkrankungen.

Sehr verbreitet ist auch der Reizdarm, wo man sehr gut den psychosomatischen Zusammenhang zwischen Bauch und Gehirn erkennen kann. Es sind zwar körperliche Symptome, aber die Ursache ist in der Psyche zu finden. Wichtig ist hier das Erleben von Stress mit dem inneren Dialog im Menschen. Wie gehe ich konkret mit Situationen um? Welche Sprache pflege ich mir selbst gegenüber? Wie viel Resistenz habe ich aufgebaut und wo sorge ich für einen Ausgleich?

Ein sehr anschauliches Modell lernte ich auf meiner Neuro-Mobility-Trainer Ausbildung kennen, den sog. Stress-Eimer. Ärger, Sorgen, Ängste, Termindruck, Konflikte, Schlafmangel, falsche Nahrungsmittel usw. füllen diesen Eimer bis er irgendwann überläuft. Bis dahin versucht unsere Geist-Körper-Einheit zu kompensieren, aber spätestens beim Überlaufen kommt es zu Symptomen wie Schmerzen, Bewegungseinschränkungen, Reizdarm etc.

2 Dinge sollte man also als Ziel haben: den Eimer zu vergrößern (Stressresistenz aufbauen) und jeden Tag den Eimer ausleeren (siehe unten)!


2. Meine Top 3, damit dein Darm mehr Charme hat:

  1. Meide Weizen & Kuhmilch, die auch als "Evil-Twins" (Teufliche Zwillinge) bezeichnet werden. Sie sorgen u.a. für Entzündungen und Unverträglichkeiten im Darm.

  2. Esse mind. 5 Hände voll buntes Gemüse pro Tag, einen Teil davon auch roh (z.B. als Smoothie oder Gemüsesaft). Die Ballaststoffe pflegen deinen Darm und die Mineralstoffe stärken dein Immunsystem.

  3. Vergrößere deinen Eimer und leere diesen jeden Tag aus durch z.B. Meditation, Achtsameit, Atemübungen, Neuro-Mobility-Training oder Yogahaltungen, weil dadurch dein Stresspegel nachweislich reduziert wird und dein Nervensystem ins Gleichgewicht kommt. Im Folgenden eine kurze Anleitung zum Ausprobieren.

Achtsamkeitsmeditation: Finde eine bequeme, aufrechte Sitzposition und nehme wahr wie du dich im Moment fühlst. Stelle jetzt eine Stoppuhr auf 5 Min. ein und nehme dir bewusst vor die nächsten 5 Min. nur bei dir zu sein.

Du atmest immer durch die Nase ein und zählst dabei bis 2, um bei deiner Ausatmung durch den Mund bis 4 im Geiste zu zählen. Du verlängerst also achtsam die Ausatmung, weil damit dein Ruhenerv aktiviert wird zur Stressreduktion. Wenn die Uhr klingelt bleibst du noch einen Moment sitzen und schaust wieder wie du dich jetzt fühlst.

Ich wünsche dir eine enspannte Zeit! Wenn du tiefer einsteigen möchtest bin ich gerne für dich da.


Dein YOVITA-SIEG-Coach Andreas


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